Du musst „nur“ regelmäßig schreiben.

Ich weiß, die Theorie ist wesentlich einfacher als die Umsetzung. Deshalb hier eine kleine Anleitung, die dir dabei helfen soll, eine Schreib-Routine zu entwickeln.

Am Ende findest du noch ein paar Links zum detaillierteren Weiterlesen.

regelmäßig trainieren

Wozu eine Gewohnheit bilden?

Deine Gewohnheiten bestimmen, wer du bist. Oder anders herum: Zeig mir, wie du aussiehst (nicht nur äußerlich, sondern auch deine Wohnung, deine Erfolge etc.) und ich sage dir, was deine Gewohnheiten sind.

Wenn du jeden Tag einen kompletten Schokokuchen isst, wirst du fett. Wenn du nur am Schreibtisch sitzt genau so. Wenn du jeden Tag eine halbe Stunde Yoga machst und höchstens einmal im Monat etwas Süßes zu dir nimmst, wirst du dagegen völlig anders aussehen.

Wenn du nie ein Wort schreibst dann rosten deine Finger und dein Schreibmuskel ein. Wenn du jeden Tag 1.000 Wörter produzierst — ganz egal, wie du dich fühlst — dann hast du in zwei Monaten den ersten Entwurf für einen vollständigen Roman geschrieben.

Unsere Gewohnheiten bestimmen unser Leben. Moment, wie ging das gleich …

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu deinen Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden zu deinen Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu deinen Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deinem Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal.

Ich fordere dich also heraus: Wenn du Schriftsteller werden willst, dann mach dein Schreiben zu einem „Muss“! Bilde eine Gewohnheit. Schreib!

1. Wähle einen Anker:

Gewohnheiten zu formen, funktioniert am besten, wenn du dir einen festen „Zeitpunkt“ wählst, an dem die Gewohnheit stattfinden soll.

Das muss kein „echter“ Zeitpunkt sein, also nicht „jeden Morgen um 5:32Uhr“. Was du wirklich brauchst, ist ein „Anker“, das ist eine Gewohnheit, die bereits existiert.

Sagen wir, du trinkst jeden Morgen, nach dem Aufstehen, einen Kaffee. Du hast mehrere Möglichkeiten, das als einen Anker zu verwenden. Hier ein Beispiel:

  • Du setzt — wie gewohnt — dein Kaffeewasser auf (Anker), anschließend drückst du auf den Power-Knopf deines PCs (neue Gewohnheit).
  • Du schüttest den Kaffee in deine Tasse (Anker), anschließend setzt du dich mit dem Kaffee vor den PC (neue Gewohnheit) und beginnst zu schreiben.

2. Definiere eine leuchtende Linie:

Ich habe von einer Diät-Methode gelesen, die heißt „bright lines“ (leuchtende Linien). Im Grunde geht es darum, dass es ein paar Grenzen gibt, die du nicht übertrittst. Eine davon wäre „kein Zucker“. Ich finde das ziemlich übermotiviert und es ist auch schon eine Weile her, das ich davon gelesen habe, aber ich will hier ja auch nicht versuchen deine Ernährungsgewohnheiten zu ändern O__o;

Was ich an dieser Methode unglaublich hilfreich finde, ist die Idee dieser „leuchtenden Linien“, weil sie mir das Gefühl geben, da gibt es eigentlich nicht viel zu entscheiden. Sie sind einfach da und ich trete nicht drüber.

Eine mögliche „leuchtende Linie“ könnte lauten: „Ich schreibe jeden Tag

Wenn wir dazu noch einen Anker verwenden wollen wird daraus:

„Ich schreibe jeden Morgen, bevor ich das Haus verlasse“

3. Setze ein konkretes Ziel:

Wir haben schon öfter über Ziele gesprochen, in den „11 Regeln für erfolgreiche Schriftsteller“ und auch in den Motivations-Mails. Ohne Ziel bist du immer schon da, das bedeutet Stillstand. Nur mit Ziel macht eine Bewegung bzw. Veränderung Sinn. Nur mit einem Ziel kannst du das erreichen, was du möchtest, weil du weißt, was du möchtest.

Ganz wichtig sind Ziele für neue Gewohnheiten. So kannst du dich im Erfolgsfall (zeitnah) belohnen und die Gewohnheit verstärken.

Dabei ist es am besten, wenn es sich um ganz spezifische Ziele handelt. Damit du mit Sicherheit weißt, wann du „bestanden“ hast.

Nicht nur „ich schreibe„, das ist nicht genau genug. Wann hast du dieses Ziel erreicht? Wenn du 1 Wort geschrieben hast? Ein Kapitel? Oder einen vollständigen Roman?

Besser sind harte Zahlen, z.B. „ich schreibe 1.000 Wörter“ oder „ich schreibe für 60 Minuten„.

Dann weißt du mit Sicherheit, wann du einen Erfolg verbuchen und dich selbst belohnen kannst — falls das Schreiben nicht schon die Belohnung ist 🙂

Wie sieht eine „gute“ Gewohnheit aus?

Um eine Gewohnheit zu formen, die gute Chancen hat, sich zu etablieren, wollen wir jede Hilfe mitnehmen, die wir kriegen können.

Wir brauchen also einen Anker, eine leuchtende Linie und ein spezifisches Ziel. Die resultierende Gewohnheit könnte so aussehen:

Ich schreibe jeden Morgen (leuchtende Linie), nach dem ersten Kaffee (Anker), mindestens 1.000 Wörter (konkretes Ziel).

Okay, okay, wir hatten gesagt 500 Zeichen, keine Panik, die reichen immer noch.

Fazit:

Ich habe keine Zeit“ heißt eigentlich „Ich setze meine Prioritäten zur Zeit anders„.

Also, wie wär’s?

Setz dir eine „leuchtende Linie“, verpass ihr einen Anker und ein Ziel und dann starte noch heute mit deiner neuen Gewohnheit, um dieses Ziel zu erreichen!

Falls du vergessen hast, was genau dein übergeordnetes Ziel ist, ich glaube, da liegt ein Motivations-Brief in deiner Schublade, den kannst du gerne noch einmal rausholen und durchlesen 8)

Weiterlesen

Und für noch mehr Tipps und Tricks und generelles Glücklichwerden, hier meine drei Lieblingsbücher im Bereich Persönlichkeitsentwicklung:

Bei der deutschen Version des letzten Buchs war ich überrascht festzustellen, dass — obwohl meine Version uralt ist — das aktuelle Cover offensichtlich noch scheußlicher aussieht als meins.

Die anderen Bücher habe ich beide nur in der Originalversion gelesen und würde das auch jedem empfehlen, der fähig und willens ist 🙂